Waldmedizin

„Du bist doch Ärztin, warum arbeitest Du überwiegend als Fitnesstrainerin“?


Diese Frage wird mir nicht selten gestellt. 

Und darauf gibt es von meiner Seite immer wieder dieselbe Antwort: 


Ich arbeite ausschließlich als Ärztin, und zwar in der Klinik, in der Praxis und on top mit LOFT 💕 

Für mich gibt es da keine Trennung, sondern vielmehr eine Verschmelzung, Ergänzung, Bereicherung...


Vor allem im Wald mache ich eindeutig Medizin: 😁


In Japan sind Waldbesuche sogar seit Jahren Teil der Gesundheitsvorsorge. Der Begriff "Shinrin-yoku" bedeutet übersetzt "Waldbaden" und ist eine japanische Tradition. 2012 wurde an japanischen Universitäten sogar ein eigener 

Forschungszweig für "Waldmedizin“.


Bewegung im Wald macht Kinder froh, und Erwachsene ebenso 😀


Wenn wir als Kinder einen Tag im Wald verbracht haben, sind wir abends erschöpft, aber glücklich ins Bett gefallen. 


Es ist der besondere Mix aus Ruhe, Lichterspielen und Klängen, Sauerstoff und ätherischen Duftstoffen, die Körper und Geist positiv beeinflussen.


Im Gegensatz zu trockener Heizungsluft führt das zum Beispiel zu gut durchbluteten und feuchten Schleimhäuten!!! 


Auf dem weichen Untergrund werden die Stoßbelastung auf Fuß-, Knie- und Hüftgelenke sowie die Wirbelsäule gut gedämpft. Der Waldboden ist somit ein idealer Untergrund für Menschen, die unter Rückenschmerzen oder Gelenkproblemen leiden.


Zahlreiche Studien haben eindeutig nachgewiesen, dass sich sportliche Betätigung positiv auf nahezu alle relevanten Gesundheitsvariablen auswirkt. Egal ob Blutdruck, Pulsfrequenz, Blutbild oder Darmaktivität - Sport und Bewegung sorgen für positive Adaptionen der Vitalzeichen und haben damit einen direkten Einfluss auf die Risikominimierung zahlreicher Krankheitsbilder.


Under Körper schüttet in der Natur vermehrt das Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron) aus. 

DHEA ist eine Vorstufe des weiblichen Geschlechtshormones Östrogen und des männlichen Androgens und wird auch als Antistresshormon bezeichnet.

Es verlangsamt den Zellstoffwechsel und wirkt dem Stresshormon Kortisol entgegen. Es ist wissenschaftlich belegt, dass DHEA eine schützende Wirkung auf Nervenzellen, Blutgefäße und Herz besitzt sowie Thrombosen und koronaren Herzkrankheiten entgegenwirkt. Ein Mangel hingegen schwächt die körperliche Leistungsfähigkeit und weitere wichtige Funktionen wie zum Beispiel das Immunsystem. In stressigen Zeiten oder einfach mit zunehmendem Alter (ab dem 30. Lebensjahr 😬) lässt die DHEA-Produktion im Körper nach. 

Der Aufenthalt im Wald ist also auch eine kleine Anti-Aging-Kur und Balsam für Seele und Herz.


Dabei ist es vor allem die Luft im Wald, die unserem Körper so guttut: Mit jedem Atemzug werden unsere Lungen mit purer Medizin gefüllt: In der Atmosphäre des Waldes befindet sich eine erhöhte Konzentration an so genannten Terpenen. Das sind biogene Wirkstoffe (Phytonzide), die Pflanzen zum Schutz vor Schädlingen und Krankheitserregern ausschütten und an die Luft abgeben.


So kommunizieren Pflanzen untereinander und warnen somit andere Pflanzen vor Angreifern oder Schädlingen, die daraufhin ihr Immunsystem hochfahren, um sich zu schützen.


Durch diese "Baum-Kommunikation" wird auch unser Immunsystem angeregt :

Atmen wir diese bioaktiven Substanzen ein oder nehmen sie über die Haut auf, produziert unser Immunsystem deutlich mehr „natürliche Killerzellen“ als beispielsweise in städtischer Umgebung. Diese NK-Zellen stärken nicht nur unser Immunsystem, sondern können unseren Organismus sogar vor körpereigenen Krebszellen schützen. 

Outdoor-Sport zwischen Eichen, Fichten und Co. wirkt also nicht nur stressabbauend, sondern erhöht zudem die Anzahl krebsbekämpfender Zellen im Blut um bis zu 70 Prozent. 

Diese Wirkung kann sogar bis zu einer Woche anhalten!


Und auch das Herz-Kreislaufsystem profitiert in besonderer Weise von dieser gesunden Luft.

Bewegung im Wald senkt nachweislich Blutdruck und Herzfrequenz, erhöhen die Lungenkapazität und Elastizität der Arterien. 

Die Adrenalin-Ausschüttung und damit der Stresspegel nimmt ab.


"Natur! Wir sind von ihr umgeben und

umschlungen – unvermögend, aus ihr

herauszutreten, und unvermögend, tiefer

in sie hineinzukommen. Ungebeten und

ungewarnt nimmt sie uns in den Kreislauf

ihres Tanzes auf und treibt sich mit uns

fort, bis wir ermüdet sind und ihrem Arme

entfallen.“

(Johann Wolfgang von Goethe)